YB wie weiter?

Wenn man derzeit in Bern über den BSC YB diskutiert, dann endet das Gespräch über die Gelbschwarzen negativ. Nicht etwa weil die Young Boys seit beinahe 26 Jahren ohne Titel da stehen. Nein, die Gründe liegen aus meiner Sicht wo anders:

Was ist geschehen?

Seit dem Rauswurf von „YB-Napoleon“ Stefan Niedermaier geht es nun seit drei Jahren in der Tabelle abwärts. Es gab einen einzigen Höhepunkt: Die Qualifikation für die Europa League Gruppenphase 2012, insbesondere das 2:2 an der Anfield Road gegen Liverpool, in einem legendären Fussball-Wohnzimmer Europas. Daneben schied man gefühlte 10 Mal im Cup gegen Gegner wie Winterthur, Wil oder Tuggen aus. Die Spielfreude ist weg. Die Spieler spielen keinen Fussball mehr, sie verwalten ihn und erledigen Dienst nach Vorschrift. Der/Die ZuschauerIn im Stadion hat das Gefühl, man befände sich in der Warteschlange eines Passbüros oder beim Materialfassen in der Rekrutenschule.

YB, wie weiter?

Bei YB brennt der Baum. Die Sitz- und Stehplätze im Wankdorfstadion lichten sich, wie die Haare vieler Mitdreissiger. Um das Stadion wieder füllen zu wollen, braucht es in Bern nicht nur gute Resultate, sondern auch offensiven Fussball. Der Berner Fan will leidenschaftlichen Hurra und Sturmfussball sehen. In Bern gewinnt man nicht wie an vielen anderen Orten mit Resultatfussball das Herz der ZuschauerInnen, sondern es braucht eine Mischung aus Begeisterung, Spielkultur und Ruhrgebietsfussball. Ruhrgebietsfussball ist ein Synonym für leidenschaftlichen Kampffussball. Bei YB sind die Leistungen auf dem Spielfeld wichtiger als zum Beispiel beim Schlittschuhclub Bern, wo der Gang zum Fondueessen vor dem Spiel genauso wichtig ist, wie das Eishockeyspiel selbst –  die Spiele während der Playoffzeit jetzt mal ausgenommen. Der Nachfolger sollte den Verein YB nicht kennen. Ich denke da an eine unverbrauchte Kraft aus dem Ausland (Steffen Freund, Assistenztrainer von den Spurs oder an einen jungen Trainer aus der 2. oder 3. Bundesliga). Ein Schweizer Trainer, welcher YB übernähme, wäre nach dieser Vorgeschichte zu fest voreingenommen.

YB, irgendeinisch fingt ds Glück eim.